El Moro

El Moro 01

Als die Macht des alten Königreichs der Vest-Gauten den Zenit bereits weit hinter sich gelassen hatte und sich in inneren Streitigkeiten erging, ermöglichte dies eine ausländische Invasion aus dem Süden. Dieses Invasionsheer von 711 bestand aus wohl größtenteils aus verschiedenen Wüstenstämmen des Riff jenseits des , welche man unter dem Sammelbegriff „Moro“ (graekisch: mauros bzw. amauros, „dunkel“; metaphorisch: „dunkelhäutig“) zusammenfaßte.

Auf Befehl des Kalifen Al-Wahalid führte Tariq ibn Aslan ibn Zayid zunächst einen kleinen Trupp von Kriegern nach Iberien, die am 30. April 711 landeten. Tariq konnte in der Schlacht am Guadelate (19. bis 26. Juli 711) einen Sieg über das Vest-Gautische Heer unter König Roderius erzielen, der sich als entscheidend für den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung erwies. In einem siebenjährigen Feldzug gelang es hiernach den Moros den größten Teil der ibernischen Halbinsel unter ihre Kontrolle zu bringen. Allerdings begann schon im Jahre 718 in einer entlegenen Berggegend die Rebellion des Legendären gautischen Fürsten Alfonso, welche letztlich zur Gründung des zunächst sehr kleinen Königreichs Asaturieen führte.

Wurde das neue morische Reich mit Namen „Al-Andálusa“ anfangs durch vom Kalifen ernannte Statthalter regiert, deren Herrschaft zumeist weniger als drei Jahre andauerte, änderte sich dies später in Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Streit verschiedener morischer Gruppen führte dazu, dass die Kalifen ihre Kontrolle verloren und Machtkämpfe ausbrachen.

Im Jahr 750 stürzte die Familie der Abbasinen den Kalifen und übernahm die Herrschaft in Al-Andálusa. Allerdings konnte der von den Abbasinen vertriebene Prinz Abd ar-Rahman I (später Al-Dākhil genannt) im Jahr 756 Yusuf al-Fihri als Herrscher von Al-Andálusa entmachten und sich zum von den Abbasinen unabhängigen Emir von Cordózah erheben. In seiner dreißigjährigen Herrschaft erreichte er – gegen den Widerstand der al-Fihri-Familie und der Parteigänger der Abbasinen-Kalifen – eine fragile Kontrolle über große Teile von Al-Andálusa.

In den folgenden 400 Jahre herrschten seine Nachkommen als Emire von Cordózah und nominell über ganz Al-Andálusa . Jedoch unterlag  ihre tatsächliche Herrschaft erheblichen Schwankungen und hing, insbesondere in den Marken der Pirineos und an der Grenze zu den „ungläubigen“ Franken, immer von den Fähigkeiten des jeweiligen Emirs ab.

Die Periode des Emirats von Cordózah wird von morischen Autoren als das goldene Zeitalter von Al-Andálusa betrachtet. Ausgefeilte künstliche Bewässerungssysteme förderten den Ackerbau immens und ermöglichten zusammen mit importierten Nahrungsmitteln des Südens eine ausgefeilte Versorgung von Cordózah und den anderen Städten Al-Andálusas. Dies geschah mit einer weit besser Effizienz, als dies den ursprünglichen Techniken der Ureinwohner oder manch anderer Zivilisation der Mittellande gelang. Unter dem Emirat wurde Cordózah mit einer geschätzten Bevölkerungszahl von vielleicht 500.000 Einwohnern schließlich zu der größten und wohlhabendsten Metropole der Region. Cordózah war ein der führendes kulturelles Zentrum des Künste und Wissenschaften. Die Werke wichtiger Philosophen und Wissenschaftler, insbesondere Albacusinas und Alveroes hatten erheblichen Einfluss auf die intellektuelle Entwicklung über die Landesgrenzen hinweg. Die Bibliotheken und Universitäten von Al-Andálusa waren und sind weithin gerühmt und renommiert. So kommen noch immer Gelehrte aus allen Herren Ländern dorthin, um Übersetzungen wissenschaftlicher Literatur aus dem Morischen anzufertigen.

Die Alleinherrschaft des Emirats von Cordózah brach letztlich durch einen ruinösen Bürgerkrieg zusammen, welcher sich in den Jahren 1133 bis 1172 hinzog. Im Jahr 1180 wurde die Herrschaft des Emirs schließlich auch formal abgeschafft. Al-Andálusa zerbrach schließlich in mehrere, im Wesentlichen unabhängige kleine Fürstentümer, welche Taifas genannt wurden. Diese waren zumeist zu schwach, um sich gegen die ständigen Angriffe und Tributforderungen der Kleinkönigreiche der ehemals vest-gautischen Herren in den Pirineos des Nordens und Westens zu behaupten. Diese von den Moro´s so genannten galizischen Völker hatten sich von ihren ursprünglichen Stützpunkten  ausgebreitet und wurden im Laufe der Zeit zu den Königreichen von Aragó, Catalunya, Navarre, León und Kastillia.

Aus den ersten Angriffen und Raubzügen entwickelte sich schließlich ein langsamer, aber kontinuierlicher Eroberungsfeldzug (die sogenannte „Reconquista“). Dieser zwang die Taifa-Könige, sich immer weiter nach Süden und Westen zurückzuziehen.