La Orden de la Banda

Der Orden wurde 1064 nach der Befreiung Balbastro´s gegründet. Nach den sehr hitzigen Gefechten kam es zu einem Zwist unter den teilnehmenden Brüdern des Ordens de Iaca, der in einer Abspaltung einer Bruderschaft mündete. In Anbetracht des blutigen Schlachtfelds empörten sich junge aufsässige Brüder mit edler Herkunft über den – in ihren Augen – viel zu milden Umgang des Ordens mit den morischen Gefangenen. Nachdem es zu keiner Einigung mit dem Mariscal de Orden kam, zogen sich die rebellischen Brüder zur Klausur zurück und berieten sich. Das Ergebnis war die Lossagung der Brüder vom ursprünglichen Orden, der die in ihren Augen  wichtigsten Tugenden der Dama de Lago mißachtete.

Mit der Ausrufung eines neuen Ordens wenige Wochen später, wurde dessen Zweck im Bekämpfen und Vertreiben der Moroischen Gefahr auf alle Ebenen sowie die Festigung der Macht und die Belohnung von Königstreuen festgelegt. Er bevorzugt die Aufnahme der jüngeren und streitbaren Söhne des hohen Adels, welche (in der Regel) mindestens zehn Jahre am Hof gedient oder gegen die Mauren gekämpft haben sollen. Ihre Ordensfestlegungen bestimmen für die Mitglieder ausreichende Waffenübungen, Teilnahme an den Kriegen gegen die Mauren sowie besondere Enthaltung (Lüge, Prahlerei, Würfelspiel). Der Hauptsitz des neuen Ordens wurde in Balbastro bezogen.

Entgegen den „klassischen“ Gelübden des Ordens de Iaca, welche sich auf Barmherzigkeit, Mäßigkeit und Demut beziehen, liegen die Schwerpunkte des neuen Ordens in den Tugenden Wahrheit, Gerechtigkeit und Starkmut. Sie verpflichteten sich jedoch ebenso, den Schutz der Pilger sicherzustellen, wie die verlorenen heiligen Stätten zurückzuerobern.

Die Ritter nennen sich Caballeros de la Banda, (Ritter von der (roten) Binde) und so erhielt auch der Orden seinen gleichlautenden Namen. Das Zeichen des Ordens war anfänglich ein weißes Tuch auf ihren noch braunen Garnaches.  Seit 1080, mit der offizielle Anerkennung der Krone als geistlicher Ritterorden, wurde ihr Habit ein Weißes. Hierauf wird als Abzeichen ein schwarzes Schwert sowie eine rote Armbinde, Tippet genannt, getragen. Für die Einen gilt als Symbol für die kriegerischen Taten des Ordens und das Blut, welches Sie bereitwillig für Aragó vergießen. Für die Anderen symbolisiert es die Berührung des Caballero de la Orden durch la Dama höchst selbst, ähnlich eines Turnierpfands.

Dieses Ordenssymbol wird auf der rechten Schulter getragen und auch Sympathisanten und/oder Bewerber machen sich ebenso kennbar. Gleichzeitig bekam der Orden aus der Hand seiner Majestät, el Rei Sancho Ramirez ihre Fahne überreicht. Diese ist seither als Real de Aragó La Banda bekannt. Auf weißem Fahnentuch ist in Rot die „Banda de Aragó“ das „Band von Aragó“, dargestellt. Ihre endgültige Gestaltung war dadurch besiegelt.

Am 29. März 1096 wurde der Orden durch ein Dekret erneut bestätigt und direkt der Hüterin der Quelle unterstellt. Dadurch bildete der Orden faktisch einen Staat im Staat und war für weltliche Herrscher nahezu unantastbar. So ist er nicht nur von der Steuer befreit, sondern durfte selbst Steuern erheben. Außerdem verlieh er Geld gegen Zinsen, was zwar eigentlich den Tugenden widersprach, aber stillschweigend hingenommen wurde. Geschah dies anfänglich zur Finanzierung der Kriegszüge des Ordens gegen die Moro, so begann man sich zunehmend auf dieses Geschäft zu konzentrieren (ein Teil ihrer Einkünfte fließt regelrecht in die Staatskasse).

Die Einkünfte der Ordenshäuser werden häufig in einträgliche Handelsgüter umgesetzt, welche in den Mittellanden gehandelt werden. Diese Frachttransporte begründeten die nachfolgenden Finanzaktivitäten des Ordens. Zunächst dienten die Ordenshäuser im Aragó lediglich als Tresore und Schatzkammern des Ordens, aber schon für das Jahr 1135 sind erste Verleihgeschäfte verbürgt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten der Orden sogar Geldanleihen zu einer regulären geschäftlichen Betätigung. Ihr finanzieller Ruf ist dabei so gut, daß – so behaupten böse Zungen – selbst Moros ihre Dienste in Anspruch nahmen. Dies ist natürlich ein Vorwurf, den der Orden vehement bestreitet! Der Orden erfand auch eine eigene Art der Kreditbriefe (Vorläufer des heutigen Schuldverschreibens) sowie fortschrittliche Techniken der Buchführung.

Anders als der alte „Orden de Iaca“ betreibt der „Orden de la Banda“ also einen regen Handel, um seine Besitztümer in Aragó gebührend auf- und ausbauen zu können. Dies führt natürlich unweigerlich zu Konflikten mit den örtlichen Grundbesitzern und ein reger Konkurrenzkampf um Macht und Einfluß mit den Granden in Aragó ist entbrannt, der teils gar in blutigen Gefechten ausartet und die Innere Sicherheit des Landes schwächen mag.

Ihre Ordenshäuser sind in ihrer Organisation ähnlich aufgebaut wie die des Ordens de Iaca. Dennoch gleichen sie aufgrund ihrer oft strategischen und befestigten Lage eher einer Festung, denn einem Hospiz oder Siechenhaus. Die größten Ordenssitze sind indes tatsächlich mächtige Wehranlagen und Symbole irdischer Macht.